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Depressionen – Vortrag im Dorftreff

Dorf Bühne - Landkreis Höxter

Neben vielen anderen Aktivitäten werden in unregelmäßigen Abständen im Bühner Dorftreff auch Vorträge angeboten. Am vergangenen Freitag  ging es vor rund zwanzig Teilnehmern thematisch um Depressionen, die in unserer Gesellschaft immer häufiger vorkommen, aber dennoch eher ein Tabuthema sind. Vortragende des Abends waren Heike Weber und Bianka Druben von der Selbsthilfegruppe Scherfede.

In Deutschland gebe es fast 10 Mio. Menschen, die an Depressionen erkrankt sind oder waren, davon sei ca. eine Mio. therapieresistent. Frauen seien häufiger registriert in Behandlung als Männer, was jedoch nicht bedeute, dass sie tatsächlich häufiger erkrankt seien. Trotz der hohen Zahl an Erkrankungen sei die medizinische Versorgung in unserem Raum schlecht, da zu wenig Fachärzte, Therapeuten und Kliniken bereitstünden, um zeitnahe Hilfe bieten zu können. Betroffene und deren Angehörige sollten nicht nur im engeren Umfeld nach Einrichtungen zur Hilfe suchen.

Die Referenten stellten aufgrund ihrer Erfahrungen die Krankheit sowohl aus Sicht der Betroffenen wie auch aus Sicht der Angehörigen, die damit auch schwer belastet seien, dar. Wichtig sei zunächst, dass die Betroffenen, die nur negativ dächten, häufiger auch suizidgefährdet seien und sich in einem gedanklichen Tunnel befänden, bereit seien, sich helfen zu lassen. Völlig falsch seien Bedenken in der Richtung, was die Nachbarn und Freunde wohl denken würden. Auch Sprüche  wie „Das wird schon wieder“  oder „Reiß dich zusammen“ seien nicht hilfreich. Die meisten Depressionen ließen sich in Therapie und mit Medikamenten gut behandeln. Ein Erfolg stelle sich häufig jedoch erst  langsam ein, sowohl Therapien wie auch Medikamente bräuchten zur Wirkung Zeit.

Die Angehörigen sollten zwar immer helfend zur Seite stehen, aber dennoch den Betroffenen klar machen, dass sie ihr eigenes Leben weiterführen müssten. Im Umgang mit den Depressiven wurden neben Gesprächen vor allem Spiele empfohlen. Achten sollten die Angehörigen darauf, ob es zu einer plötzlichen abrupten Verhaltensänderung in positiver Richtung komme. Das sei ein Warnsignal,  der Betroffene könne konkrete suizidale Pläne geschmiedet haben.

Hilfe erhalten könne man auch bei der Telefonseelsorge, beim sozialpsychologischen Dienst der Caritas in Brakel oder bem Paritätischen in Höxter, der Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands NRW.

Im Anschluss an die Ausführungen gab es eine lange Gesprächsrunde, die mit den von einigen Teilnehmern eingebrachten Erfahrungen schon einer Selbsthilfegruppensitzung nahe kam.

Dorf Bühne - Landkreis Höxter

Von links: Bianka Druben, Heike Weber (beide Selbsthilfegruppe Scherfede), Kornelia Klare (Dorftreff)

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