wb220405Olha Dunayevska (rechts) und ihr Sohn Andrijko (vorne) sind aus Kiew nach Deutschland geflüchtet. Sie fühlen sich in Borgentreich herzlich aufgenommen. „Ich bin stolz auf diese menschenfreundliche Stadt“, sagt Prof. Dr. mult. Kurt Guss (hinten Mitte), der mit seiner Frau Ursula die ukrainischen Gäste in Bühne aufgenommen hat.Foto: Silvia Schonheim

Artikel im Westfalenblatt vom 05.04.2022
Silvia Schonheim

Borgentreich/Bühne WB „Die ersten Eindrücke, die unsere ukrainischen Gäste von Deutschland haben, sind derart wundervoll, dass Olha Deutschland jetzt nur noch ‚Wunderland‘ nennt“, erzählt Prof. Dr. mult. Kurt Guss (78). Er und seine Frau Ursula (79) haben Olha Dunayevska (45) und ihren Sohn Andrijko (10) nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine in Bühne aufgenommen. Und Guss selbst gibt gerne zu: „Ich bin stolz auf meine menschenfreundliche Stadt.“

Die ukrainische Sprachwissenschaftlerin Olha Dunayevska und ihr Sohn haben vor Sirenen, Bomben und Gewehrfeuer in Kiew dauerhaften Schutz gesucht. Während der Ehemann in der Ukraine bleiben musste, fanden sie und ihr Sohn in Bühne Schutz. „Ich wollte eigentlich nicht weg, aber es war jetzt die einzige Lösung“, sagt die 45-Jährige. Ihr Kollege, Prof. Guss, habe sie mehrfach eingeladen und sie eindringlichst an ihre Verantwortung für ihren Sohn erinnert. „Jetzt fühlen wir uns hier sicher“, ist die 45-Jährige dankbar für die Hilfe.

„Als die beiden am 15. Februar im Dunkeln bei uns angekommen waren, bin ich mit ihnen zum Borgentreicher Rathaus gefahren, welches in den ukrainischen Nationalfarben angestrahlt wird. Olha war von diesem Willkommensgruß zu Tränen gerührt“, berichtet Guss. Sie habe das Rathaus gleich fotografiert, um das Motiv an ihre zurückgebliebene Familie in der Heimat zu senden.

„In Bühne selbst konnte Olha am Tag danach über die große blau-gelbe Flagge am Torhäuschen staunen. Diese wurde von der Kyffhäuser-Kameradschaft Bühne während eines feierlichen Aktes gehisst, zu der die ukrainische Nationalhymne gespielt wurde“, weiß Prof. Dr. mult. Guss.

Und auch die Stadtverwaltung Borgentreich sei ein hervorragendes Beispiel für Bürgerfreundlichkeit und Willkommenskultur. Zwei Tage nach der Ankunft seiner befreundeten Kollegin fuhr Guss mit ihr und ihrem Sohn zum Rathaus, um dort alle Formalitäten zu erledigen. „Andrijko empfing man mit Schokolade und Olha mit einer Form von Hilfe, die wirklich und wahrhaftig die Bezeichnung ‚unbürokratisch‘ und ‚menschenfreundlich‘ verdient“, schildert der Bühner seine Erfahrungen. „Und in der Bäckerei, die wir danach aufsuchten, schenkte der Bäcker Andriyko noch eine große, frische Waffel“, so Guss.

Und auch die Grundschule Borgentreich habe sich alle Mühe gegeben, Andriyko und seiner Mutter den Anfang, der bekanntlich immer schwer ist, zu erleichtern“, berichtet der 78-Jährige. „Schön, dass du da bist“: Mit diesen Worten sei der Viertklässler von der Schulleiterin begrüßt worden.

Olha und Andrijko Dunayevska haben im Haus von Kurt und Ursula Guss eine abgeschlossene Wohnung. „Freunde der Ostwestfalen-Akademie haben uns mit Sachspenden, mit Kleidung und Spielzeug derart verschwenderisch eingedeckt, dass wir keinen weiteren Bedarf haben, sondern bereits etliche Pakete an Bedürftige aus der Ukraine verschicken durften,“ freut sich der Gastgeber.

Prof. Dr. mult. Kurt Guss und Olha Dunayevska haben sich im Jahr 2019 auf einer Tagung in Warschau kennengelernt. „Als dieser schreckliche Krieg begann, habe ich ihr und ihrem Sohn sofort Unterkunft für unbegrenzte Zeit angeboten. Ich bin sehr froh, dass sie meiner Einladung gefolgt ist“, sagt Guss. Jetzt hofft der 78-Jährige, dass noch weitere Familienmitglieder von Olha Dunayevska, wie etwa deren Eltern oder Schwestern, die Flucht aus der Ukraine wagen. „Hier ist noch Platz. Hoffentlich entscheiden sie sich rechtzeitig.“

zum Artikel: Im Blickpunkt - April 2022

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